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Flohmarktartikel

Großmutters Entrümpelung auf dem Dachboden

Der Flohmarkt war in seinen Anfängen genau das selbe, was er heute - größtenteils - immer noch ist: die Verkaufsstelle vom Entrümpelten. Früher 'misteten' die Reichen und Herrschaftlichen ihre Garderobe aus, ihre Geschirrschränke wurden von angesplitterten Tellern befreit und sie schmissen alte Bettwäsche weg. Arme Leute lasen diese Sachen dann vom Straßenrand und machten sich ein paar Taler damit, dass sie es wieder verkauften, an ebenfalls nicht gerade reich betuchte.

Heute ist das Prinzip immer noch das selbe, nur dass normalerweise der Entrümpler auch gleichzeitig der Verkäufer ist. Daher ändert sich die Wertstellung der verkauften Objekte meist erheblich, da sie dadurch einen persönlichen Stellenwert bekommen und die Objektivität verschwindet fast gänzlich. Und häufig findet man ungeahnte 'Schätze' auf dem Dachboden oder in den Kellergewölben des alten Hauses, die schon lange in Vergessenheit geraten sind oder aber tatsächlich einen Wert haben.

Denn meist empfindet man ein Erbstück in jungen Jahren ganz anders als in fortgeschrittenen. In der Jugend 'braucht' man Dinge oder müssen sie der Mode entsprechen, im Alter misst man den Gegenständen eher einen reellen Wert zu, weil man Dinge nicht mehr braucht, man hat sie sich inzwischen alle angeeignet, und mit der Mode geht man auch nicht mehr.

Was für den einen eine Befreiung von Dingen ist, die er nicht benötigt und bei ihm nur Platz einnimmt, ist dem anderen eine Bereicherung und nimmt ebenfalls einen Platz einen. Der eine wird los, was der andere haben will. Und bekommt dafür sogar noch Geld. Viele Dinge sind einfach noch zu perfekt, zu schön, um sie wegzuschmeißen, achtlos in einer Mülltonne verschwinden zu lassen. Und der Verkäufer gibt den Dingen, denen er selber keinen wirklichen Wert beimisst, wieder einen neuen, denn der Käufer weiß das Stück zu schätzen, wird es tagtäglich ansehen und sich daran erfreuen.

So fühlt sich der Verkäufer auch demjenigen gegenüber nicht schuldig, dem er diese Wertschätzung verweigert (beispielsweise der Großmutter), weil er bei aller Anstrengung den goldenen Puttenengel einfach immer noch grauenvoll kitschig findet.

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